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Vortragsthema
"Blutegel in der therapeutischen Anwendung"
Die medizinische Verwendung von Blutegeln
hat eine faszinierende und lange Tradition. Nach dem zweiten Weltkrieg
geriet die Blutegeltherapie eine Zeit lang in Vergessenheit und wurde
erst seit den 90er Jahren des 20ten Jahrhunderts allmählich wieder
entdeckt. Mit modernen Analysemethoden konnten viele Wirkmechanismen der
Speichelinhaltsstoffe des medizinischen Blutegels aufgeklärt werden.
Vor diesem Hintergrund wurden Blutegel als
Fertigarzneimittel eingestuft und unterliegen den gleichen Anforderungen
an Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit, die an alle
zulassungspflichtigen Arzneimittel gestellt werden.
Während man früher die Wirksamkeit der
Blutegelbehandlung auf den Blutentzug - entsprechend dem Aderlass -
zurückführte, ist dieser Aspekt heute von untergeordneter Bedeutung.
Aufgrund neuer Erkenntnisse weiß man, dass den Wirkstoffen, die der
Blutegel beim Saugen abgibt, die zentrale Bedeutung für den
Behandlungserfolg zukommt. Die natürliche Wirkstoffkombination des
Blutegels ist in keinem anderen Arzneimittel zu finden.
Gerade bei akuten und chronischen
Gelenkschmerzen, Krampfadern/Besenreisern/Unterschenkegeschwüren oder
Mittelohrentzündung/Tinnitus sowie Wirbelsäulen- und Kreuzbeinsyndrom
werden die kleinen "Blutsauger" heute häufig mit guten Erfolgen
eingesetzt. Die Blutegeltherapie hat sich seit vielen Jahrhunderten als
Naturheilverfahren etabliert und steht inzwischen als moderne Behandlung
mit breitem Wirksamkeitsspektrum und guter Verträglichkeit zur
Verfügung. |